Hoffnung

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Hase
Hoffnung

 

 

 

Mit herzlichen Dank
für die
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Der
Röm.-Kath. Kirchgemeinde Thun
St. Martin

 

 

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Von der Hoffnung, wo nichts zu hoffen ist

 Einmal kamen drei Schüler zu ihrem Meister und fragten: "Wenn alles hoffnungslos ist, wie kann man dann noch hoffen?" Der Meister antwortete: "Immer gilt: Haltet der Einsamkeit stand und wartet, denn alle Hoffnungslosigkeit kommt aus der Angst vor der Einsamkeit und aus der Ungeduld." Die Schüler aber gaben sich nicht zufrieden und erzählten von den Schicksalen anderer Menschen.

 Der erste: „Wenn ein Kind, das Licht seiner Eltern, unheilbar auf den Tod liegt - wo ist da Hoffnung?"

Der zweite: "Wenn einen die Geliebte verlassen hat, und war sie doch das Leben - wie töricht ist da Hoffnung!"

Der dritte: "Wenn einer fortgeführt wird in die Fremde und keine Brücke führt zurück - worauf da noch hoffen?"

Und wieder antwortete der Meister: "Der Einsamkeit standhalten und warten!" Und weil sie ihn um ein Zeichen nach diesen dunklen Worten baten, gab er ihnen ein Samenkorn. "Wenn das Neue kommen soll, muss Altes sterben", sagte er und entließ sie.

 Die Gegend aber war unwegsam und die Nacht dunkel. Weitab von des Meisters Haus kamen die drei vom Weg ab, irrten umher und fielen in eine Höhle; die war sehr tief, doch sie blieben unverletzt. Wie sie dort auf dem weichen Moose lagen und sich ihrer Lage bewusst wurden, fiel ihr Blick nach oben, und sie sahen den Mond; der beschien ihr Elend. "Es ist hoffnungslos", begann der eine, "wir kommen aus eigener Kraft nicht heraus, man wird uns nicht finden, und unsere Schreie werden in der Einsamkeit verhallen. Wenn ihr hier vor mir sterben solltet, bleibe ich allein und einsam. Soll ich darauf warten? Und soll ich ein Samenkorn pflanzen, dessen Früchte ich nicht mehr ernten kann - welchen Sinn macht das?" Dann beugte er sich nieder, weinte, wurde still und tat seinen letzten Atemzug.

 Sprach da der zweite Schüler: "So geht es mir auch, doch untätig auf den Tod warten will ich nicht." Darauf begann er; an den steilen Wänden der Höhle hinaufzuklettern, erreichte wohl die halbe Höhe, rutschte dann aber ab. Im Fallen schlug er gegen die Wand und blieb tot unten liegen.

 Der dritte Schüler blickte auf seine beiden Gefährten und dachte bei sich: "Angst, einmal allein zu bleiben, muss ich nun nicht mehr haben, denn ich bin allein. Schwach, wie ich bin, kann das Warten mich nur stärken." Dann blickte er um sich, sah Pflanzen und Sträucher auf dem Grund der Höhle und hörte hinter sich eine Quelle. Da fuhr er mit der Hand durch das Wasser; streichelte den Boden, der ihm Nahrung geben konnte. Wie er dies tat, fiel sein Blick auf das Samenkorn, das ihm beim Sturz in die Höhle aus der Tasche gefallen war. Er nahm es und setzte es in die Erde.

 Am nächsten Morgen fielen Sonnenstrahlen in die Höhle; die wärmten ihn. Kräuter; Beeren und Wasser waren seine Nahrung Tag für Tag.

Das Samenkorn aber keimte, und über die Tage, die Wochen und die Jahre wuchs der Keimling zu einem Trieb und der Trieb zu einem Baum, und seine Krone strebte der Höhlenöffnung entgegen. Da dankte der Schüler Gott, kletterte den Stamm empor, verließ die Höhle und rannte zum Haus des Meisters.

 "Es gibt Hoffnung, auch wenn keine Hoffnung mehr ist", rief er. "Du hast es gewusst, ich danke dir." Da lächelte der Meister still und sprach: "Wohl habe ich es gesagt, aber ich wusste es nicht, denn ich war noch nie ganz ohne Hoffnung

 

 

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