Hase

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Hase
Hoffnung

 

 

 

Mit herzlichen Dank
für die
Unterstützung
Der
Röm.-Kath. Kirchgemeinde Thun
St. Martin

 

 

Kurzgeschichte                    auch als PDF Datei Download Hier klicken

 

Menschen erzählen sich gerne Geschichten, in denen die Tiere sprechen können. Das gibt ihnen die Freiheit und Gelegenheit über Ideen, Vorstellungen, Wahrheiten, Ereignisse und Dinge zu reden, die sie mit Menschengestalten nicht so getrauten. Fuchs, Wolf, Bär, Rabe, maus, Katze, Eule, Spatz, Adler, Hund, Schlange ... die Tiere stehen für Menschengrössen da.

 

Nun hört euch von der Geschichte, in denen Maus, Hase und Bär miteinander reden:

 

Ein Hase und eine Maus treffen sich im Herbst.

„Wie verbringst du den Winter“, fragt die Maus den Hase.

„Ich fliege mit den Zugvögeln nach Afrika“, sagt der Hase stolz.

„Sind das Flügel?“ fragt die Maus und zeigt auf die langen Ohren des Hasen.

„Ja“, antwortet der Hase, „sind sie nicht wunderbar lang?

„Ich fliege auch mit den Vögeln ins warme Land“, sagt die Maus.

„Aber du hast doch keine Flügel“, antwortet der Hase.

„Doch, doch“, sagt die Maus. „Zwar nur ein Flügel, aber er ist sehr lang.“ Sie wedelt mit ihrem Hinterteil.

Hoch oben fliegen die Zugvögel bereits gegen Süden.

 

Maus und Hase mache sich zusammen auf den Weg. Sie rücken nahe zusammen. Sie frieren.

„es riecht nach Schnee“, sagt die Maus leise.

„Komm, wir gehen in den Wald. Da ist es wärmer“, antwortet der Hase.

Die beiden Tiere verstecken sich zwischen den Bäumen. Das braune Laub raschelt.

 

In dieser Nacht fällt der erste Schnee. Alles liegt unter einer weissen Decke.

Als die Maus als erste am Morgen aus dem Laubhaufen schaut, erschrickt sie.

Kalt, weiss, nass, denkt sie. Ich brauche eine Höhle!

Wie gut hat es der Hase. Er kann mit den Zugvögeln nach Afrika fliegen!

„Ich kann besser fliegen, wenn du nicht zuschaust“, sagt da der Hase.

„Ja, so geht es mir auch“, antwortet die Maus.

„Dann: auf Wiedersehen. Jeder von uns fliegt allein ins warme Land. Wir treffen uns in Afrika wieder.“

 

Der Hase springt aufs Feld und ist nicht mehr zu sehen.

 

Die Maus geht alleine weiter. Plötzlich entdeckt sie Spuren im Schnee. Sind das nicht Hasenspuren?

Frische Hasenspuren?

  

Zum Glück ist der Schnee nicht tief. Sehr schnell trippelt die Maus den Hasenspuren nach.

Der Spur endet bei einer Höhle, mitten in der steilen Felsenwand. Hier wohnt der Bär, denkt die Maus.

Der Bär ist stark und gefährlich. Ist der Hase wirklich in der Bärenhöhle gegangen?

 

Doch da entdeckt die Maus den Hasen. Zitternd vor Kälte steht er im Schatten eines Felsenvorsprungs. Die Maus schlüpft zu ihm.

„Freund Hase, bist du noch da?“

Der Hase nickt traurig mit dem Kopf. „In der Höhle des Bären ist es warm. Wunderbar warm, flüstert er. „Ich möchte hinein. Kommst du mit? Wir erzählen dem Bär von unserer Reise.“ Auch die Maus zittert.

 

„Was rieche ich hier?“ brummelt der mit tiefer Stimme. Er entdeckt den Hasen und die Maus.

„Meint ihr, hier sei ein Heim für verfrorene Kleintiere? Das ist meine Höhle, meine Bärenhöhle, für mich ganz allein.“

„Wir wollten dir erzählen, Bär. Wir sind mit den Zugvögeln ins warme Land geflogen. Wir sind nur zu früh zurückgekommen.“

Da horcht der Bär auf. Es ist ihm langweilig. Er hört gerne Geschichten.

 

Während es draussen schneit und schneit und schneit, erzählen die Maus und der Hase von den Palmen, vom Urwald, von der Wüste und von vielen besonderen Begegnungen. Sie legen sich dabei ganz nahe zum Bären und bei ihm ist es ganz weich und warm.

Bei den Geschichten schläft der Bär ein. Er schläft tief und ruhig.

Dann flüstert der Hase: „Gut hast du erzählt, kleine Maus. Aber ich glaube nicht, dass du wirklich fliegen kannst.

Die Maus denkt nach und sagt: „Hase, ich kann nicht verstehen, dass du dich wohl fühlst im heissen Afrika.“

„Still“, zischt der Hase, „sonst wacht der Bär auf.“

 

So bleiben Hase und Maus den ganzen Winter beim Bären. Ganz hinten in der Höhle hatte es noch Wintervorräte versteckt. Sie reichten für Maus und Hase bis in den Frühling.

 

Wir alle brauchen auch gute Geschichten. Wir bleiben ja hier. Ob Angsthase, kleine Maus, starker Bär, mächtiger Adler, schlauer Fuchs, listiger Wolf, kleines Lamm, wilder Dachs, oder ... was auch immer, wir dürfen uns im gleichen Haus finden, einander Wärme, Trost und Zufriedenheit schenken.

Wir brauchen Familie und Liebe, Frieden und Herzenswärme, wenn es Weihnachten werden will. Keines muss mehr sein und mehr können als es kann und je einmal fähig sein kann.

Erzählen wir einander gute Geschichten, essen wir gemeinsam von unseren angesammelten Vorräten, schenken wir einander Wärme, singen wir zusammen Lieder, machen wir einander Mut.

 

Göttibachbrücke Thun

Göttibach Brücke

 

 

 

 

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